Neuer Revierleiter für Groß-Gerauer Forst

Nach den Querelen mit Hessen Forst, vielfältigen Protesten seitens des NABU, des BUND und anderen Naturaktiven hat die Stadt Groß-Gerau den alten Vertrag gekündigt und mit dem Forstservice Taunus einen neuen Partner gefunden, der in Verbund mit anderen Kommunen ab 2018 für die Bewirtschaftung des Groß-Gerauer Forstes zuständig ist. Wir freuen uns sehr über diesen Schritt. Wir haben Herrn Burghardt in einem persönlichen Gespräch kennengelernt und ihn gebeten, sich an dieser Stelle kurz vorzustellen.

Name: Oliver Burghardt, geb. 1986, Studiert: 2011 – 2014 Forstwirtschaft in Göttingen
Seit 01.01.2018 angestellter Revierleiter bei Forstservice Taunus GmbH & Co. KG zuständig für die FBG Rhein-Main

 

Wie stelle ich mir die Zusammenarbeit mit dem Nabu Groß-Gerau vor?
Grundsätzlich begrüßen wir eine enge und gute Zusammenarbeit mit dem Nabu Groß-Gerau. Selbstverständlich legt der Waldbesitzer die Vorgaben für unser forstliches Handeln fest. Er muss entscheiden, was er von seinem Wald erwartet, wie und in welchem Umfang er genutzt werden soll und welche Waldfunktionen welche Priorität haben sollen (Nutz-, Schutz, Erholungsfunktion etc.).
Aber gerade die örtlichen Naturschutzverbände sind wichtige Partner der Forstwirtschaft. Informationen über besondere Biotope oder das Vorkommen seltener Arten sind oftmals nur den örtlichen Fachleuten des NABU bekannt. Gerade diese Informationen sind aber bei einer Waldbewirtschaftung von großer Wichtigkeit,  um einer etwaigen Schädigung dieser Vorkommen vorzubeugen. Im Gegenzug ist es möglich, durch forstwirtschaftliche Maßnahmen Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln (z.B. Einrichten und Erhalten von Waldwiesen als Insektenweide). Auch das gezielte Unterlassen von forstlichen Maßnahmen kann dem Naturschutz zuträglich sein (z. B. Ausweisung von Habitatbäumen, Stehenlassen von alten Eichen und Buchen, Waldstillegung). Gleichwohl müssen sämtliche Maßnahmen mit Sachverstand und gesundem Menschenverstand von statten gehen. D. h. dass beispielsweise bei einer notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahme an einer stark frequentierten Straße, das menschliche Wohl selbstverständlich Vorrang vor der Schutzfunktion eines Baumes hat.
Insgesamt sind wir guter Dinge, dass man sämtliche Interessen – angefangen mit den Interessen des Waldbesitzers, über die Interessen der Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Jagd, der Erholungssuchenden usw. – unter einen Hut bringen kann. Das Wichtigste dabei ist der stetige Informationsfluss und die Bereitschaft miteinander zu reden und einander zuzuhören.