Artikel des "WIR -Das Magazin im Gerauer Land" vom 19.08.2017

Einfügung auf unsere Homepage freundlicherweise freigegeben durch die Redaktion

Eine blühende Landschaft direkt vor unserer Haustür

Es summt und brummt auf dem neu eingesäten Ackergrundstück des NABU. Unsere Erwartungen

wurden mehr als erfüllt – und das

so schnell. Es zeigt ganz eindeutig, dass sich eine lebendige Natur wieder entwickelt, wenn wir ihr eine Chance geben. Während Insekten ansonsten überall auf dem Rückzug sind, entwickelt

sich dort neues Leben.  Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Marienkäfer

und Heuschrecken sind die Nutznießer der vielen blühenden und krautigen Pflanzenarten.

Auch Fasanen und Hasen bietet sie Nahrung und Deckung und eine Kinderstube.

 

Von vielen unbemerkt beobachten wir seit Jahren einen bedauerlichen Rückgang der Insekten. Es ergibt sich die Frage: Wer soll die Obstbäume und die anderen Feldfrüchte bestäuben,

wenn es die Bienen, Hummeln und

die vielen anderen nützlichen Helfer nicht mehr gibt. Allein diese Frage unterstreicht die Dringlichkeit, solche Oasen für die Insektenwelt zu erhalten und wieder neu zu schaffen. Insofern

sind wir alle Betroffene und sollten im Rahmen unserer Möglichkeiten auch etwas tun.

 

 

 

 

 

 Helfen sie mit! Wenn sie ein Grundstück im Außenbereich besitzen, für das sie keine richtige

Verwendung haben, melden sie sich bei uns. Es kann, naturnah gestaltet, zu neuem Lebensraum für Tiere und Pflanzen werden.

Landwirte können einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie zum Beispiel das geförderte

„Ackerschonstreifen-Programm“ umsetzen. Eine blühende Landschaft in und um Groß-Gerau

dient aber nicht nur dem Naturschutz, es hätte auch eine Steigerung des Wohnwertes in

unserer Stadt zur Folge.

 

In vielen Telefonaten mit Bürgern stelle ich erfreut fest, dass immer mehr Menschen Freude an einer intakten Natur entwickeln. Sie sorgen sich um ein verletztes Tier, wollen Gestaltungstipps für einen naturnahen Garten oder wollen eine Streuobstwiese anlegen. Das sind gute Zeichen, weil sie sich vielleicht daran erinnern, dass die Natur ohne uns leben kann, wir aber nicht ohne sie. Auch aus ästhetischer Sicht bildet eine naturnahe Landschaft eine Bereicherung. Die Blüten erinnern sie auch daran, dass die Welt aus Farben besteht. Es lohnt sich genau hinzusehen, weil nur dann

 

 

 

 

 

 

Werner Eitle ist Vorsitzender der Ortsgruppe Groß-Gerau  des Naturschutz-bundes (NABU);
werner.eitle3.@gmail.com

 

 

Harmonie zwischen Mensch und Natur entsteht. Sorgen wir also gemeinsam in unserem

Lebensumfeld dafür, dass sich die Natur wieder entwickeln kann. Das Ziel ist, dauerhaft ökologische Kreisläufe zu schaffen, die sich

wieder selbst aufrechterhalten können. Global gesehen haben wir nur eine Zukunft, wenn wir

uns wieder als Teil der Natur erleben. Nur im friedlichen Miteinander entsteht Fortbestand,

und das nicht nur mit der Natur.

 

Ein kurzes Gedicht von Max Bewer symbolisiert was uns alle bewegen sollte. „Pflanze einen Baum, kannst du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt; bedenke

Mensch, es haben deine Ahnen, eh‘ sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.“ 

 

Weitere Informationen sowie aktuelle Meldungen gibt es im Internet unter www.nabugross-
gerau.de oder per Mail: info@nabugross-gerau.de.