Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) in Groß-Gerau und Umgebung

Hallo zusammen,

 

Ich bin Malte, 19 Jahre alt und komme aus Seligenstadt. Hier werde ich die nächsten 12 Monate regelmäßig von meinen Erfahrungen und Abenteuern, die ich während meines freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) beim NABU Groß-Gerau und Umgebung sammeln und erleben darf, berichten.

Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen und erfahrt außerdem mehr über die ehrenamtliche Arbeit des NABU Groß-Gerau, seine Wirkungsbereiche und den NABU als Einsatzstelle meines FÖJ`s. :D


Lieber die Eule in der Hand...

Nachdem ich die letzte Woche auf dem FÖJ-Seminar in Bad Homburg verbrachte, konnte ich diese Woche wieder vor Ort mit anpacken – und das gleich bei einem Highlight. Nistkastenkontrolle in Riedstadt und Umgebung stand auf dem Plan. Ehrlich gesagt habe ich mich noch nie wirklich intensiv mit Eulen beschäftigt, weshalb ich mich sehr auf diese neue Erfahrung freute. Und ich wurde nicht enttäuscht. Neben vielen, vielen Informationen über die Eulen der Region durfte ich schließlich zum ersten Mal ein solches Exemplar streicheln (weicher als Daunenkissen).

Foto: Malte Korbach / NABU

Foto: Malte Korbach / NABU


Ein Thema der Exkursion waren auch die zahlreichen Gefahren, denen Steinkauz und Co. ausgesetzt sind, wobei hier die Gefahr aus der Luft durch Greifvögel keine besonders große Rolle spielt, da sich die hier lebenden Jäger der Luft, wie beispielsweise der Turmfalke, eher auf kleinere Beute spezialisiert haben. Die Gefahr von unten ist deutlich höher. In ihren Nestern sind sie gefundenes Fressen für Mader, weshalb die vom NABU aufgehängten Kästen und Röhren eine Vorrichtung besitzen, welche es den Madern unmöglich macht, in die Nester zu gelangen.

Foto: Malte Korbach / NABU

Foto: Malte Korbach / NABU


Ein sehr informativer und spannender Tag. Die Eulen werden mich so schnell nicht los.


Zwischen "Drecksarbeit" und süßen Äpfeln

Nachdem ich mich an meinem ersten Tag erstmal mit Arbeitslaptop und -handy vertraut gemacht hatte, ging es am Freitag auch schon direkt richtig los: Landschaftspflege im „Nassen Tal“ in Möhrfelden-Walldorf zusammen mit Ruth Ortwein, welche sich seit Jahren aufopferungsvoll um das Gebiet und seine Bewohner kümmert und es sogar hin und wieder vor grilllustigen Teenagern verteidigen muss.

Das Highlight des Tages war zweifellos die Entschlammung des Teiches - "Drecksarbeit" im wahrsten Sinne des Wortes - und die damit einhergehende Entdeckung des ein oder anderen sonderbaren Gegenstandes, welcher aus den Tiefen des Schlammes ans Tageslicht befördert wurde.

Zudem wurden Baumstämme zersägt, geschleppt und eingesetzt und ich erfuhr vom „Ameisenlöwen“, einem mir bislang unbekannten und seltenen Tier, an dem der Name erstaunlicherweise noch am uninteressantesten erscheint, wenn man sich genauer informiert und welches im „Nassen Tal“ beheimatet ist. 

Wer genaueres über dieses Tier erfahren will: Hier ein Artikel vom NABU.

Bild: Ruth Orthwein / NABU

Bild: Ruth Orthwein / NABU


Nach diesem anstrengenden aber auch aufschlussreichen und spannenden Tag hieß es am Samstag Äpfel ernten. Dazu versammelten sich die freiwilligen Helfer bei strömendem Regen auf einer Obstwiese. Dank der großen Anzahl an Helfern und des aufklarenden Wetters war die Arbeit nach knapp zwei Stunden erledigt und 12 große, mit Äpfeln gefüllte Säcke traten ihre Reise in die nahegelegene Kelterei Hartmann an, wo sie zu ca. 250 Litern Bio-Apfelsaft verarbeitet wurden.

 

 Die ersten Tage waren also bereits sehr ereignisreich und ich freue mich auf unzählige weitere spannende Tage beim NABU Groß-Gerau.