Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in Groß-Gerau und Umgebung

Hallihallo,

ich bin Charline und mache seit 1.Oktober ein freiwilliges ökologisches Jahr beim Nabu.

Auf dieser Seite möchte ich immer mal wieder darüber berichten.

Schaut gerne vorbei :D

 

 


Gänse beobachten - aber nicht im Ofen

Tausende Wildgänse überwintern Jahr um Jahr im hessischen Ried. Seit vielen Jahren betreibt die Arbeitsgruppe nordische Gänse des NABU-Kreisverbandes-Groß-Gerau ein Monitoring der Gänse.

Auch in diesem Jahr soll der Bestand durch Synchronzählungen erfasst werden. Die erste hat am Nikolaustag stattgefunden. Wir fuhren morgens eine Stunde lang die Gebiete ab und erfassten Schwäne, Saatgänse, Graugänse und naja, auch Nilgänse.

Da die Vögel häufig zu Hauf in den Äckern nach Nahrung suchen galt es gut zu schätzen. das muss ich wohl noch üben, ich habe sie jedesmal unterschätzt. an einer Stelle saßen 4000 Wildgänse im Acker!

Monitoring der nordischen Gänse im Kreis Groß-Gerau (NABU-Kreisverband-Groß-Gerau)
Fraßspuren der Haselmaus an Haselnüssen


Bäume Pflanzen

Dieses Jahr hat der NABU-Walldorf seine Streuobstwiese um einige junge Obstbäume bereichert. Zusammen mit Ruth vom NaBU-Walldorf und meinem Vater haben wir den Holzapfel einpflanzen dürfen. Der Holzapfel ist eine ursprüngliche Wildform kultivierter Apfelsorten. Man erkennt es an den Stacheln, die er an den Zweigen trägt. Ruth hatte ein tiefes Loch ausgehoben, in das wir den Kaninchendraht hineinsetzten, denn die haben unter der Walldorfer Streuobstwiese regelrechte Katakomben gebaut. Das Loch wurde mit Wasser gefüllt und der Baum beschnitten und hineingesetzt.

Zum Schluss haben wir auch die weitern Jungbäume, die andere Teams gepflanzt hatten, mit Wasser versorgt.



Der Balkenmäher

Wenn der Blühstreifen im Herbst verblüht ist, wird er mit dem Balkenmäher gemäht. Jedoch nur die eine Hälfte der Fläche. die andere Hälfte wird im darauffolgenden Jahr gemäht. So können die stehengebliebenen Pflanzenstängeln ein Winterquartier für Insekten bieten. 

 

Wie entstehen eigentlich die Fäden, die man im Sonnenlicht manchmal auf Wiesen, aber auch zwischen Erdschollen im Acker sieht? (siehe unten)

Blühfläche des NABU-Projektes Grüner-Gürtel-Groß-Gerau
Am Lingfeld bei Groß-Gerau-Berkach (Foto: NABU-GG)
Balkenmäher
Balkenmäher (Foto: NABU-GG)


Nussjagd mit den Grundschulkindern

Wisst ihr, wer hier am Werk war?

Fraßspuren der Haselmaus an Haselnüssen
Fraßspuren der Haselmaus an Haselnüssen (Foto: Fred Wehner)
Feuerwanzen genießen Herbst-Sonne
Eine interessante Entdeckung der Kinder: Feuerwanzen genießen nocheinmal die November-Sonne (Foto: NABU-GG)

Jedes Jahr ruft der NABU-Hessen Kinder dazu auf nach Fraßspuren an Haselnüssen zu suchen. Denn anhand dieser Nachweise lässt sich das Vorkommen dieser seltenen Bilch-Art erforschen. 

Haselmaus
Die Haselmaus (Foto: Sabine Munsch)

Im Rahmen des Unterrichts-Themas "Tiere im Herbst und Winter" haben wir, die Jahrgangsstufe 2 der Grundschule Dornheim, ihre Lehrerinnen und ich, uns auf die Suche nach der Haselmaus begeben. 

Wie Zugvögel sind wir zunächst von der Grundschule zum Friedhof  "geflogen". Dort haben die Kinder in Kleingruppen nach Fraßspuren an Nüssen gesucht. Zum Schluss gab es noch ein Fang-Spiel, bei dem die Haselmaus-Kinder auf Nahrungssuche vor den Eulen-Lehrerinnen in Acht nehmen mussten. 

Haselmaus-Nüsse haben wir zwar nicht gefunden, aber viele Fraßspuren anderer Tiere, wie z.B. des Nussbohrers, ein Käfer.

Vielen Dank nocheinmal an die Kinder der 2a und 2b und ihre Lehrerinnen für ihre tolle Forscherarbeit!



Müll sammeln

Am Weidegehölz in Walldorf stehen Pflegemaßnahmen an. Dazu muss zunächst der ganze Müll aus der Fläche geholt werden, damit er nicht in die Biomasse gerät.

Ein ganzer Haufen Müll ist dabei zusammen gekommen. Zum großen Teil Einwegprodukte, Wie Getränkeflaschen, viele Bonbon-Verpackungen und Lolli-Stiele. Besonders letzteres zeigt, in was für einem unvernünftigen Luxus wir leben. Denn wir können es uns leisten, so etwas Innefizientes wie Plastikstiele zu produzieren, auf die wir Bonbons stecken, nur damit sie als Lollies lustig aussehen.. 

 

Es fühlt sich zwar an, als würde man etwas sinnvolles tun, wenn man die Fläche von Müll befreit, aber eigentlich verschwendet man Zeit. 

Den eigenen Müll einfach einzustecken und bei Gelegenheit in den Mülleimer zu werfen, ist doch viel einfacher.


Garten-AG an der Grundschule Dornheim

einige Male war ich nachmittags in  der Grundschule Dornheim, um mit den Kindern der Nachmittagsbetreuung die Hochbeete neu zu bepflanzen. Erstmal hieß es Unkraut entfernen und die Erde auflockern. Dann haben wir Zwiebeln gesteckt und einige Blümchen in das Beet gepflanzt. Auch die Kräuterspirale haben wir mit Ablegern, die ich aus meinem Garten daheim ausgestochen hatte, bepflanzt.

 

Ich fand es interessant, wie unterschiedlich die Kinder agieren:

 

Manche setzen die Zwiebeln in Reih und Glied und hören erst auf, wenn die Reihe komplett ist. Andere setzen die Zwiebeln wild durcheinander ins Beet. 

 

Besonders hat mich gefreut, dass eines der Kinder beim Ersten Mal seine Schaufel nicht sauber machen wollte, weil es dann Erde an die Finger bekommen hätte, beim nächsten Mal aber freudig ein Pflanztopf mit den Händen mit Erde füllte und ein Heidekraut hinein setzte. Dass die neuen Schuhe dabei etwas dreckig wurden, war egal.

 

Ein Kind war angeekelt von einem Regenwurm, den es ausgrub. Als ich erklärte, dass der Regenwurm aus den heruntergefallenen Blättern gute Erde macht, deckte es ihn sorgsam wieder mit Erde zu und legte dem Wurm noch ein paar Blätter zu fressen darauf.

 

Mir hat es viel Spaß gemacht, mit den Kindern im Garten zu arbeiten und habe dabei viel gelernt.


Unterstützt die Bruchwiesen von Büttelborn und die Eulen-AG mit eurer Stimme

Die Projektgruppe der Bruchwiesen möchte gerne weitere Grundstücke ankaufen, um sie unter Schutz zu stellen und seltenen Vögeln einen Lebensraum zu bieten.

Hier kann man bei der Entega-Vereinsaktion für das Projekt abstimmen, damit es gefördert wird:

https://vereinsaktion.entega.de/profile/nabu-kreisverband-gro%c3%9f-gerau/

 

Die Eulen-AG sammelt ebenfalls Stimmen, um beim Prowin-Wettbewerb zu gewinnen. Mit dem Gewinn würde Material für Nistkästen bezahlt:

https://prowin.net/vat/de/vote.php


Wiedehopfschutzgebiet                                                                              (19.11.2020)

vor zwei Wochen haben wir bei einem Arbeitseinsatz einen Haufen Unrat aus der Kleingartenparzelle geholt, die zur Optimierung der Lebensbedingungen der Wiedehopfe umgestaltet werden soll. 

Dabei habe ich mich gefragt, wozu denn alle Hecken und Bäume dort gerodet werden sollen, wo so eine verlassene Kleingartenparzelle doch auch ein Lebensraum für Tiere ist, zumal hier und da riesige Depots angeknabberter Kirschkerne und Haselnüsse zu finden waren. 

Nun, als ich die neue Seite über das Wiedehopfschutzgebiet erstellt habe und dafür einige Infos über das Projekt bekommen habe, habe ich verstanden, wie dieses Gebiet gestaltet werden soll und warum. In de Streuobstwiesen bei Nauheim und Königstädten gibt es ein besonders großes Vorkommen des seltenen (und etwas ulkig aussehenden) Wiedehopfes. Er leidet darunter, dass Spargeläcker im Frühjahr mit Folien abgedeckt werden, und er so weniger Nahrung findet. Auch der Rückgang lockerrasiger Streuobstkulturen machen ihm zu schaffen. Ein solcher Streuobstbestand soll nun auf der Kleingartenparzelle entstehen. Dort kann sich dann auch das Sand-Zwerggras ansiedeln, dass vom Aussterben bedroht ist

Müll und Bauschutt musste entfernt werden (Foto: Bernd Petri)
Müll und Bauschutt musste entfernt werden (Foto: Bernd Petri)
wir haben ihn nicht gesehen, aber so sieht er aus: der Wiedehopf(Foto: Bernd Petri)
wir haben ihn nicht gesehen, aber so sieht er aus: der Wiedehopf(Foto: Bernd Petri)


Eulen-AG                                                                                                         (31.10.2020)

Letztes Wochenende durfte ich die Eulen-AG des NABU-Rhein-Main bei ihrem Arbeitseinsatz begleiten.

Wir haben zwei Schleiereulen-Nisthilfen und drei Steinkauz-Röhren montiert.

Steinkäuze bevorzugen kurz gemähte Wiesen, da sie häufig am Boden auf Nahrungssuche sind. Normalerweise leben sie in Baumhöhlen.  Wo diese selten werden, hilft man ihnen mit Nist-Röhren, die sogar einen eingebauten Marderschutz haben.

Schleiereulen brauchen sehr große Nistkästen, da ihre Jungen Flugübungen im Nest machen, bevor sie es verlassen. Manchmal wohnen Turmfalke und Schleiereule sogar zusammen in einer Nisthilfe, ohne sich gegenseitig stören oder zu berauben. Denn im Nest gilt für die Altvögel: Hier wird nicht gefressen!

 

Steinkauzröhre im Obstbaum. Über den Ast vor dem Ausgang können die Jungvögel aus dem Nest krabbeln und das fliegen üben (Foto: Charline Shimmura)
Steinkauzröhre im Obstbaum. Über den Ast vor dem Ausgang können die Jungvögel aus dem Nest krabbeln und das fliegen üben (Foto: Charline Shimmura)
Schleiereulen-Kasten von innen: der Vorraum am Einflugloch ist vom Brutraum abgetrennt. Im Vorraum nistet manchmal ein Turmfalke (Foto: Charline Shimmura)
Schleiereulen-Kasten von innen: der Vorraum am Einflugloch ist vom Brutraum abgetrennt. Im Vorraum nistet manchmal ein Turmfalke (Foto: Charline Shimmura)


QGIS                                                                                                              (30.10.2020)

QGIS ist ein Opensource-Programm, das zur Kartierung angewendet werden kann. Wir wollen die Flächen des Grünen-Gürtels Groß-Gerau darin kartieren und anschaulicher machen. Deshalb hat uns Johannes, der sich ziemlich gut mit dem Programm auskennt in das Programm eingeführt. Nach und nach wurde das Programm, dass mit seinen vielen Tools auf den ersten Blick verwirrend wirkt, übersichtlicher.

Danke für die guten Erklärungen, Johannes. 

Nun werde ich selber mal herumprobieren

 


Orchideen-Pflege                                                                                  (24.10.2020)

Bei einem Einsatz zur Pflege von Orchideen haben wir auf einer Waldlichtung eine Menge Laub und zuvor abgemähtes Schilf zusammengerecht. Warum macht man das? Orchideen sind sehr seltene Pflanzen, die nur auf mageren Standorten wachsen. Zersetzt sich das Laub und andere Biomasse, führt es dem Boden Nährstoffe zu, sodass dort keine Orchideen mehr wachsen können. Auf der Lichtung soll die Entwicklung des Orchideen-Bestandes über mehrere Jahre hinweg beobachtet werden. Jetzt im Herbst, kann man an einigen Stellen die Blattaustriebe der Orchideen sehen. Erst im späten Frühjahr werden sie blühen.


FÖJ-Seminar                                                                                           (19.10.-23.10.2020)

Mein erstes FÖJ-Seminar hat stattgefunden!-allerdings online.

Den ganzen Tag vor der Mattscheibe war schon anstrengend.

Aber es gab Workshops zu spannenden Themen, wie zum Beispiel Kommunikation. Im Fokus stand dabei das Modell der Gewaltfreien Kommunikation, das eine offene und empathische Umgangsweise anstrebt.

Ein Thema, dass ich besonders interessant fand, waren die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie streben eine Welt an, die für alle Menschen ein lebenswerter Ort ist. Fast alle Länder dieser Erde haben die 17 Ziele unterzeichnet. Aber es ist auch jedem Eizelnen möglich, im Sinne dieser Ziele zu Handeln.

Hier könnt ihr euch weiter über die 17SDGs informieren: https://17ziele.de/

 

Einen halben Präsenztag hatten wir dann doch noch. In einer kleinen Gruppe waren wir auf dem Kühkopf. Dort hatten wir eine Führung mit dem Förster, der uns immer wieder Spannungsfelder im Naturschutz erläutert hat und uns dazu angeregt hat, zu überlegen, wie wir entscheiden würden:

Wann soll man in die Natur eingreifen? Wann nicht? 

Wieviel Natur darf man öffentlich zugänglich machen?

Wieviel Wald können wir stilllegen ohne durch Import die Natur in Osteuropa zu gefährden?

Muss der Baum aus Wegesicherungsgründen gefällt werden? Aber er steht doch im Schutzgebiet?

 

 


Arbeitseinsatz Herbst-Zeitlose                                                                  (29.10.2020)

Herbst-Zeitlosen-Arbeitseinsatz in den Bruchwiesen
Die Knolle der Herbst-Zeitlose sitzt tief im Boden, Die Blütenröhre hat keine Blätter (Foto: B.Petri)

Jede Menge Herbst-Zeitlose haben wir die letzten Wochen ausgestochen. Diese schönen Herbstblüher sind hochgiftig und können zum Problem werden, wenn sie bei der Mahd ins Viehfutter gelangen.

Deshalb haben wir zunächst Flächen auf denen große Herbst-Zeitlosen-Placken zu sehen waren, ringsum mit Bambusstäben markiert. So weiß der Landwirt nächstes Jahr, dass er diese Flächen sehr früh mähen muss. Dor wo vereinzelt rosa-lila Blüten aus dem Boden sprossen, haben wir die Pflanze, deren Knolle manchmal 15 Zentimeter tief im Boden saß, mit Brecheisen ausgestochen.


Die Rinder wechseln die Weide                                                                         (6.10.2020)

Gestern Abend haben wir den Weidezaun umgestellt, sodass die gut 30 Rinder auf die angrenzende Weide wechseln können.  Kaum ist der Zugang zur neuen Weide frei, stürmt das Rote Höhenvieh kurz darauf gefolgt von den Galloway-Rindern,  ins frische Grün. Es dauert nicht lange, da haben die Tiere auch den Weg über den Graben, der zwischen beiden Weiden liegt gefunden und tummeln sich nun im hüfthohen Gras. 


naturgucker.de? Wie funktioniert das?

Am Freitag ist Frank Gröhl, leidenschaftlicher Vogelkundler und naturgucker, mit mir zum Kollenbruch/Osterbruch zwischen Groß-Gerau Esch und Wallerstädten gefahren, um mir die App naturgucker näher zu zeigen. Frank erklärt, wie man die Beobachtungen in die naturkundliche Melde-App einträgt und worauf beim beobachten zu achten ist. Und wir sehen eine ganze Menge Vögel. Oft erkennt Frank sie an ihren Rufen, bevor er sie tatsächlich sieht.


Start im FÖJ                                                                                                           (1.10.2020)

Es ist das erste Mal, dass die Nabu-Ortsgruppe Groß-Gerau zusammen mit dem Nabu Kreisverband Rhein-Main ein FÖJ anbieten.

Am Donnerstag ging es los:

Zunächst zeigt mir Bernd Petri die Schutzgebiete, die der Nabu Kreisverband betreut und nimmt mich mit zu den Bruchwiesen bei Büttelborn. Dort lerne ich die Rinder kennen, die dort zur Landschaftspflege weiden. Sie sind sehr beeindruckend. Auch die beiden Biberdämme zeigt mir Bernd und erklärt, dass junge Biber auf Wanderschaft gehen müssen, um sich ein eigenes Revier zu suchen.

Nachmittags treffen wir uns mit Martina Polensky und Birgit Schaffner zum ofiziellen Start. Alle drei haben das FÖJ maßgeblich ermöglicht.

Vielen Dank dafür und für die herzliche Begrüßung im FÖJ. Vielen Dank auch an alle anderen, dass ihr mich so freundlich wilkommen geheißen habt. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit euch und darauf viel von euch zu lernen.