Kiebitze in Groß-Gerau


Neuer Lebensraum für den Kiebitz, Flächenerwerb 2022

Trockene Sommer verringern das Nahrungsangebot an Insekten drastisch. Da die frisch geschlüpften Kiebitze sofort selbst auf Nahrungssuche gehen, sind sie auf ein ausreichendes Nahrungsangebot im direkten Umfeld des Brutplatzes angewiesen. Die Anfang 2022 durch einen GAK-Antrag vom NABU Kreisverband erworbene, knapp 2 ha große Ackerfläche stellte direkt ihren immensen Wert für den Kiebitz-Schutz in unserer Region unter Beweis. Bei der Aufbereitung der Fläche wurde nämlich auch eine Solarpumpe installiert, welche eigenständig und kontinuierlich Wasser in die Fläche pumpt und diese somit feucht hält. Davon profitierte nicht nur der Kiebitz sondern auch viele andere Vögel und Insekten.


Kiebitz - eine selten gewordene Vogelart

Nicht nur in tropischen Regenwäldern leben vom Aussterben bedrohte Tierarten - auch hier in Groß-Gerau tragen wir für einen selten gewordenen Vogel mit dem hessenweit größten Bestand eine besondere Verantwortung  - den Kiebitz. Umgeben von gleich 8 Naturschutzgebieten hat die Kreisstadt mit ihren Ortsteilen eine Natur zu bieten, die in Deutschland selten geworden ist - u.a. extensiv genutzte Feuchtwiesen, wie sie im NSG Dornheim-Wallerstädter Teichwiesen zu finden sind, Hauptverbreitungsgebiet des Kiebitz.

Foto: Michael Lamberty, Wallerstädten 2021



Bestandsentwicklung des Kiebitzes

2021 waren es etwa 70 Brutpaare und 130 Küken, die im Kreis Groß-Gerau gesichtet wurden. Davon ca. 35 Paare im Kreis Oberach-Wallerstädten-Leeheim.

 

Um erfolgreiche Bruten hochzuziehen ist eine effektive Verteidigung gegen Greifvögel notwendig. Dies lässt sich im Gruppenverband erheblich einfacher bewerkstelligen - weshalb es so wichtig ist, dass der Kiebitz eine gewisse Populationsdichte erreicht. Im Gebiet der Dornheim-Wallerstädter Teichwiesen werden die Nester der Kiebitze zusätzlich durch einen unter Strom stehenden Zaun geschützt. Ehrenamtliche Naturschützer kontrollieren die Gelege regelmäßig und informieren Landwirte, so dass bei der Bearbeitung der Felder auf die Kiebitzbruten Rücksicht genommen werden kann.


Bruten auf Ackerflächen

Die Landwirtschaft kann einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Kiebitze leisten!

Die Brutzeit des Kiebitz‘ beginnt bereits Ende März bis Anfang April. Zu dieser Zeit sind viele Äcker noch nicht bestellt. Um Gelegeverluste zu vermeiden, sollte ein Streifen von ca. 1 m Breite um das Nest bei den landwirtschaftlichen Bobenbearbeitungen ausgespart werden.

Nester sind meist sehr schwer zu finden. Daher werden viele Nester auf Ackerflächen mit zwei dünnen Holzstäben in ca. 5 m Abstand vom Nest in Bearbeitungsrichtung von ehrenamtlichen Helfern markiert.

 

Mit Stäben markierter Neststandort
Mit Stäben markierter Neststandort

Der Kiebitz ist eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art. Um den Kiebitz in unserem Raum als einen der Charaktervögel des hessischen Rieds zu erhalten, sind wir auf die Mitarbeit von Landwirten angewiesen. Bewirtschafter von Ackerflächen mit Kiebitz-Bruten werden von der Agrarverwaltung beim LR Darmstadt-Dieburg oder von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau informiert.

Kiebitz Männchen
Kiebitz Männchen
Kiebitz Gelege
Kiebitz Gelege
Kiebitz Küken
Kiebitz Küken


Weitere Informationen:

 

Sachgebiet Landschaftspflege, Forsten beim Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Adresse: Kreishaus Darmstadt, Trakt 1, Stock 8

Herr Pohlmann, Tel. 06151 / 881-2128; p.pohlmann@ladadi.de

 

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Groß-Gerau

Adresse: Wilhelm-Seipp-Str. 4, 64521 Groß-Gerau

Tel.: 06152 989-320

 

Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Adresse: Europastraße 10, 35394 Gießen

Tel.: 0641 200095 33