Kiebitze in Groß-Gerau

Kibitz mit Jungvögeln
Foto: NABU/Thorsten Krüger

Nicht nur in tropischen Regenwäldern leben vom Aussterben bedrohte Tierarten - auch hier in Groß-Gerau tragen wir für einen selten gewordenen Vogel mit dem hessenweit größten Bestand eine besondere Verantwortung  - den Kiebitz. Umgeben von gleich 8 Naturschutzgebieten hat die Kreisstadt mit ihren Ortsteilen eine Natur zu bieten, die in Deutschland selten geworden ist - u.a. extensiv genutzte Feuchtwiesen, wie sie im NSG Dornheim-Wallerstädter Teichwiesen zu finden sind, Hauptverbreitungsgebiet des Kiebitz.

 

Von 84 Brutpaaren 2016 im Kreis haben 35 um Groß-Gerau herum gebrütet und genauso viele Jungvögel aufgezogen, mehr als die Hälfte aller Jungvögel (67) im gesamten Kreis.

 

Um erfolgreiche Bruten hochzuziehen ist eine effektive Verteidigung gegen Greifvögel notwendig. Dies lässt sich im Gruppenverband erheblich einfacher bewerkstelligen - weshalb es so wichtig ist, dass der Kiebitz eine gewisse Populationsdichte erreicht. Im Gebiet der Dornheim-Wallerstädter Teichwiesen werden die Nester der Kiebitze zusätzlich durch einen unter Strom stehenden Zaun geschützt. Ehrenamtliche Naturschützer kontrollieren die Gelege regelmäßig und informieren Landwirte, so dass bei der Bearbeitung der Felder auf die Kiebitzbruten Rücksicht genommen werden kann.

 

Besonderer Schutz des Kiebitz auf Äckern im Kreis Groß-Gerau

 

 Der Kiebitz ist ein Brutvogel feuchter Äcker und Wiesen. Die Bestände des einst weit verbreiteten Vogels unserer Agrarlandschaften sind inzwischen so niedrig, dass er in Hessen vom Aussterben bedroht ist. Mit rund 80-100 Brutpaaren brütet fast die Hälfte aller hessischen Kiebitze im Kreis Groß-Gerau. Daher hat der Kreis Groß-Gerau eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Art.

 

Bruten auf Ackerflächen:

Die Landwirtschaft kann einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Kiebitze leisten.

Die Brutzeit des Kiebitz‘ beginnt bereits Ende März bis Anfang April. Zu dieser Zeit sind viele Äcker noch nicht bestellt. Um Gelegeverluste zu vermeiden, sollte ein Streifen von ca. 1 m Breite um das Nest bei den landwirtschaftlichen Bobenbearbeitungen ausgespart werden.

Nester sind meist sehr schwer zu finden. Daher werden viele Nester auf Ackerflächen mit zwei dünnen Holzstäben in ca. 5 m Abstand vom Nest in Bearbeitungsrichtung von ehrenamtlichen Helfern markiert.

 

 

       Foto oben: mit Stäben markierter Neststandort

 

       Fotos rechts (von oben):

 

       Kiebitz Männchen, Kiebitz Küken, Kiebitz Gelege

 

 

Der Kiebitz ist eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art. Um den Kiebitz in unserem Raum als einen der Charaktervögel des hessischen Rieds zu erhalten, sind wir auf die Mitarbeit von Landwirten angewiesen. Bewirtschafter von Ackerflächen mit Kiebitz-Bruten werden von der Agrarverwaltung beim LR Darmstadt-Dieburg oder von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau informiert.

 



 

Weitere Informationen:

 

Sachgebiet Landschaftspflege, Forsten beim Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Postfach 10 02 44, 64202 Darmstadt, Besucheranschrift: DUGENA-Haus, Rheinstr.94, Darmstadt

 

Herr Pohlmann, Tel. 06151 / 881-2128; p.pohlmann@ladadi.de

 

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Groß-Gerau

 

Wilhelm-Seipp-Str. 4, 64521 Groß-Gerau

 

Frau Grimm, Tel. 06152 / 989-460; unb@kreisgg.de

 

Frau Romero-Martin Tel. 06152 / 989-676, unb@kreisgg.de

 

Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Steinauer Str. 44, 60386 Frankfurt am Main;

 

Herr Dr. Werner Tel. 069 / 420105-0; m.werner@vswffm.de