Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) in Groß-Gerau und Umgebung

Seit 2020 bietet der NABU im Kreis Groß-Gerau jungen Menschen die Möglichkeit, ein freiwilliges ökologisches Jahr zu absolvieren, um Erfahrungen zu sammeln, tatkräftig mitzuarbeiten und sich persönlich weiterzuentwickeln.

 

Was man beim NABU so alles im FÖJ erlebt, erzählen Tom und Finn weiter unten.

Auf den Link klicken, um zu den Berichten von Malte (FÖJ 2022/23) Julia (FÖJ 2021/22) und Charline (FÖJ 2020/21) zu gelangen.


FÖJ-Tom (2023/24)

Hallo zusammen,

ich bin Tom, 19 Jahre alt und komme aus Mainz-Kastel. Hier werde ich wie die anderen FÖJler vor mir meine Erfahrungen und Erlebnisse der nächsten 12 Monate im Freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) beim NABU Groß-Gerau festhalten.
Ich hoffe ihr habt weiterhin viel Spaß beim Lesen und lernt durch meine Berichte die vielen Facetten des NABU Groß-Gerau kennen
😉



September, ein Monat im Grünen

Wie bei vermutlich jeder neuen Arbeitsstelle durfte ich erst einmal alles und jeden kennen lernen.
Das heißt, in meinen ersten Tagen wurden mir sämtliche Flächen des NABU in der Umgebung gezeigt und ich lernte schon viele Mitglieder kennen, die sich alle ehrenamtlich beteiligen.
So konnte ich auch noch Malte, meinen FÖJ-Vorgänger kennenlernen, der mich in die Online-Arbeit des NABU einführte.

Gerade die Arbeit auf Instagram, bei der ich jede Woche einen Post absetzte, macht mir besonders Spaß.

 

Zudem ist das FÖJ beim NABU mit vielen praktischen Arbeiten verbunden, was mir sehr gut gefällt. So durfte ich schon direkt bei meinem ersten Einsatz im „Nassen Tal“, einem Waldstück in Walldorf, mithelfen, den See zu säubern. Heißt, rein in die Anglerhose und schippen was das Zeug hält.

Ich hatte diesen Monat immer etwas zu tun, wofür ich sehr dankbar bin. Hierbei konnte ich schnell eine meiner Lieblingsaufgaben ausmachen, die Nistkastenkontrolle.
Ich finde es unfassbar spannend die Nistkästen zu öffnen und verschiedene Nester zu entdecken und zu bestimmen.


Am Ende des Monats besuchte ich mein erstes Seminar in Kronberg, bei dem ich viele andere FÖJler aus der Region kennenlernte.  Das Seminar war sehr informativ und die Gruppe fand ich richtig nett. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen.

Zusammenfassend war der erste Monat beim NABU Groß-Gerau sehr interessant und ich bin schon auf die nächste Zeit gespannt.


Oktober, Unterstützung kommt!

Es ist Oktober, es wird immer kälter und das merkt man, vor allem wenn man draußen arbeitet.
Gerade auf den Bruchwiesen merkt man den kalten Wind, der gefühlt auch durch die warme Kleidung zieht.

So war es auch bei meinem Einsatz in den Bruchwiesen von Büttelborn. Dort sollte ich vor Ort mithelfen, eine Kuhweide umzubauen um Platz für Schleppfahrzeuge zu schaffen.
Die Kuhherde hilft außerdem dem NABU, da sie wie ein biologischer Rasenmäher die Bruchwiesen abgrast, wenn das Gras zu hoch gewachsen ist.
Im Rahmen dieser Aktion durfte ich dann auch mit auf die Weide und die Kühe hautnah erleben. Die Herde besteht aus einem Deckbullen und sechs Kühen.


Kurz darauf gab es dann die Info, dass es eine zweite Freiwilligen-Stelle geben wird. Diese wurde auch zeitnah besetzt, es kam also nochmal Unterstützung!
Als weiterer FÖJler, beziehungsweise BuFDi, kam dann Finn dazu, den ich auch schon auf vorherigen Einsätzen kennen lernen durfte.
Ab November wird Finn dann auch seine Eindrücke hier einstellen, das heißt es gibt für euch den doppelten Lesespaß.

Das Highlight dieses Monats war aber ein Einsatz, auf den ich mich schon lange gefreut hatte.
Der Einsatz war an einem Samstag, da eine recht große Fläche freigeschnitten werden musste und unsere Anpflanzungen sollten erweitert werden. Heißt, es war viel zu tun.

Ich hatte gehofft auch einen der Freischneider bedienen zu dürfen. Zu meinem Glück war dies der Fall.
Dazu kamen auch viele freiwillige Helfer, weshalb die ganze Aktion dann doch recht schnell ging.
Ich persönlich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Freischneiden.



BFD-Finn (2023/24)

Hallo,

mein Name ist Finn, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Alsbach-Hähnlein.

Seit Mitte Oktober 2023 mache ich mein BFD beim NABU Groß-Gerau. So wie mein Kollege Tom werde ich ab und zu auch mal etwas aus meinem Arbeitsalltag berichten!

 



November, zwischen Vögeln und anderem Federvieh

Über den Monatswechsel auf November war ich auf meinem zweiten Seminar gewesen, welches auch dieses Mal sehr schön war. Es ging dabei um die eigene Persönlichkeit und Zukunft, was für mich ein sehr spannendes Thema war.

Das Seminar brachte mir aber auch leider eine Erkältung ein, von der ich mich etwas länger erholen musste. Daher saß ich viel im Home Office, konnte mich aber dadurch auch mehr mit der Online-Präsenz des NABUs beschäftigen und anderweitige anfallende Aufgaben bearbeiten.

Nach meiner Erkältungsphase ging es aber wieder spannend weiter. Es mussten zwei Schleiereulenkästen aufgehängt werden. Ein Eulenkasten wurde in der Kirche in Stockstadt aufgehängt und der Andere auf einem Hof in Groß-Gerau  
Ich persönlich fand die beiden Aktionen sehr spannend, weil ich das bauen und anbringen von Eulenkästen sehr gerne mache.

Ein weiteres Highlight, war ein Fernsehdreh mit dem hr zum Thema Wintergarten für Vögel.
Gedreht wurde im Garten von Ruth Ortwein, der Vorsitzenden des NABU Walldorf, wo ich ab und zu auch mal vor die Kamera durfte. Ich war zwar während des Beitrags nur als Assistent tätig, es war aber auf jeden Fall eine spannende Erfahrung mitzuerleben, wie so ein Fernsehdreh abläuft.
Vorgestellt wurden bei dem Beitrag verschiedene Möglichkeiten um unseren Wintervögeln Futtermöglichkeiten zu bieten.

Zum Nachmachen gibt es auf der Website des NABU Groß-Gerau auch ein Rezept für das Vogelfutter.


Noch am selben Tag ereignete sich aber noch eine lustige Situation.
Nachdem das Fernsehteam gegangen war, meldete sich ein Nachbar von Ruth bei uns. Er hatte ein Huhn in seinem Garten gefunden und dachte es wäre aus Ruths Hühnerstall ausgebüchst. Dies war allerdings nicht der Fall und keiner von uns Dreien konnte sich erklären, wo das Huhn hergekommen war.
Da das Huhn aber zahm zu sein schien und nicht im Nachbarsgarten bleiben konnte, wurde es kurzerhand von Ruth adoptiert. Es versteht sich ziemlich gut mit den anderen Hühnern und bleibt jetzt fürs Erste bei Ruth im Stall.



Dezember, mit Schnee und Frost

Toms Bericht

Mittlerweile ist es Dezember und der Winter ist jetzt vollständig angekommen. Die meisten Vögel sind schon gen Süden gezogen, oder machen sich auf den Weg. Die Winterquartiere der bei uns bleibenden Tiere sind eingerichtet und sie begeben sich in den Winterschlaf.
In dieser Zeit wird es auch beim NABU etwas ruhiger. Es gibt deutlich weniger für mich zu tun und viele meiner Projekte draußen habe ich abgeschlossen. Dadurch beginnt eine „ruhigen Phase“, in der ich viel Home-Office mache.
Das Home-Office ist zwar nicht so schön wie die Arbeit draußen, aber bei der Kälte ist es auch schön mal drinnen zu bleiben.
😉

Der Bahnhof Dornheim, komplett in Schnee gehüllt
Der Bahnhof Dornheim, komplett in Schnee gehüllt

Dennoch gab es im Dezember einige schöne Einsätze, von denen ich gerne noch berichte.
So zum Beispiel ein Einsatz direkt am ersten Dezember in Walldorf.
Dort steht ein Baum, der durch die Witterungsverhältnisse ganz schön was abbekommen hat und daher angefangen hat ziemlich schief zu wachsen.
Diesen Baum haben wir unter Aufwendung von viel Kraft gesichert und abgespannt, sodass er wieder die Tendenz bekommt gerade zu wachsen.
Dieser Einsatz war für mich sehr interessant, da ich bisher noch nie einen Einsatz dieser Art hatte.

Eine weitere Aufgabe, die uns FÖJlern aufgetragen wurde, war das Austragen von „Weihnachtsgeschenken“ an bestimmte NABU-Mitglieder.
Diese Weihnachtsgeschenke waren Kalender mit Bildern, die dem NABU von Naturfotografen zur Verfügung gestellt wurden. Das Spannende war, dass es Finn und mich an die verschiedensten Orte in Groß-Gerau brachte.
Das Highlight war bei dieser Aufgabe ganz klar die Naturschutzbehörde, wo wir den Kalender persönlich dem Ansprechpartner des NABU überbringen durften.

 

Ein sehr gelungener Einsatz, war eine Waldführung mit einer Schulklasse, die Ruth organisiert hatte. Ich war als Verstärkung dabei und habe mit auf die Kinder aufgepasst und auch manches Fachwissen ergänzt.
Die ganze Aktion war auch sehr schön und wir haben in dem Waldstück, in dem wir unterwegs waren viele Tierspuren finden können.

 

Ein paar Tage später, gab es dann einen freiwilligen Wochenendeinsatz, bei dem ich auch sehr gerne dabei war.
Es wurden nämlich Steinkauzröhren aufgehängt, was mir immer sehr gut gefällt. Die Aktion wurde von Detlef Warren geplant, der sehr aktiv beim NABU dabei ist, vor allem in der Eulen- und Greifvogel-AG.
Die Kästen wurden bei einem Gartenverein in Goddelau aufgehängt und werden hoffentlich bald bezogen.


Das absolute Highlight dieses Monats fand allerdings zwischen den Jahren statt.
Nach den Weihnachtsfeiertagen, hatte ich die Möglichkeit zwei Freunde von mir im Forstamt Wiesbaden zu besuchen, welche ebenfalls gerade ein FÖJ machen.
Dort konnte ich zwischen den Jahren aushelfen und ich hatte dort eine sehr schöne Zeit.
Ich habe dabei sehr viel über Bäume und den örtlichen Forst gelernt und konnte auch selber Wissen über Vögel und Nistkästen weitergeben.


Damit geht ein weiterer Monat zu Ende, sowie das Jahr 2023.
Ich wünsche allen nochmal einen guten Rutsch ins Jahr 2024 und ihr hattet hoffentlich schöne Feiertage.

Finns Bericht

Jetzt werde ich auch einmal etwas von meinen Erlebnissen beim NABU Groß-Gerau berichten. Tom hat hier ja schon zu jedem Monat viel erzählt, deswegen gibt es von mir einfach nur einen kurzen Rückblick zu den vergangenen Monaten im BFD.

 

Von Weideflächen abstecken, Bäume pflanzen bis hin zum Anbringen von Nistkästen – beim NABU Groß-Gerau gab es für Tom und mich schon so einiges zu tun und wir haben viel erlebt. Aber auch Arbeit im Homeoffice ist Teil unseres Alltages: während Tom sich um Instagram kümmert und dort fleißig Beiträge produziert, bin ich für die Homepage der Ortsgruppe und des Kreises Groß-Geraus zuständig. Ein größeres Projekt war hier zum Beispiel die Erstellung einer umfassenden Seite für die Greifvogelschutz AG. Doch draußen gab es trotz der kälter werdenden Tage auch noch Arbeit. Neben den Arbeitseinsätzen des NABU habe ich auch mehrere Male die Landwirte, denen unter anderem die Rinder auf den Bruchwiesen gehören, begleitet und war zum Beispiel bei dem Transport der Tiere in ihr Winterquartier dabei.

 


So wie Tom auch habe ich bereits zwei Seminare besucht – leider nicht die gleichen, da BFD und FÖJ verschiedene Seminare haben. Dennoch habe ich dort viel Interessantes gelernt und nette Leute getroffen.

 

Zur Arbeit beim NABU lässt sich generell sagen, dass sie sehr unterschiedlich sein kann und oftmals auch eher spontan ausfällt - doch das ist gar nicht mal schlimm. Der einzig wirklich fest verplante Tag in der Woche ist dann tatsächlich nur der Freitag, bei dem Tom und ich nach Mörfelden-Walldorf fahren und dort Ruth im Nassen Tal unterstützen. Aber nicht nur unter der Woche gibt es etwas zu tun, viele Aktivitäten der Arbeitsgruppen des NABU finden auch an Samstagen statt, so zum Beispiel die Aktionen der Eulen AG.

 


Obwohl nun im Winter eher Ruhe beim NABU Groß-Gerau eingekehrt ist, bin ich motiviert und auf jeden Fall gespannt, was das neue Jahr und vor allem dann der Frühling bringen wird!


Januar, wo alles schläft

Toms Bericht

Januar, das neue Jahr ist angebrochen und es geht nach den Feiertagen wieder los.
Die erste Januarwoche hatte ich erstmal Urlaub. Diese Woche habe ich vor allem genutzt um etwas abzuschalten und wieder aktiver etwas außerhalb der Arbeit zu unternehmen.
Nach der freien Woche blieb es aber auch eher entspannt.

Wir befinden uns immer noch in der kalten Zeit des Jahres und die meisten Tiere halten Winterschlaf oder sind in den Süden gezogen. Daher gibt es beim NABU gerade nicht viel draußen zu tun.
Momentan sitze ich viel im Home Office und beschäftige mich unter anderem mit den Social-Media-Kanälen des NABU und meinen Berichten.
Abgesehen davon fallen noch anderweitige Aufgaben an, die sich im Home Office erledigen lassen, wie beispielsweise das designen von Werbeplakaten oder einer Insektenmappe.

Theoretisch hätte ich im Januar auch ein Seminar gehabt, auf das ich mich sehr gefreut habe, allerdings konnte Dieses aufgrund des Bahnstreiks nicht stattfinden. Es wurde dann verschoben und wir hatten ein kurzes Online-Meeting, allerdings ist das ja nicht vergleichbar.
Ich hätte sehr gerne meine Seminargruppe persönlich gesehen.

Es gibt aber natürlich außer dem Home Office noch andere Einsätze, sie finden nur einfach seltener statt. Dennoch erzähle ich gerne nochmal von ein paar Einsätzen, die ich persönlich sehr schön fand.

Der erste „Einsatz“ war in der Betreuung der Grundschule Dornheim.
Da es zu Anfang des Jahres dort eine Ferienbetreuung gab, wurden Finn und ich gefragt, ob wir den Kindern vielleicht etwas über Wintervögel beibringen könnten.
Daraufhin haben wir ein kleines interaktives Programm vorbereitet, unter anderem mit einem Vogelfutterquiz.
Da das Ganze extrem gut bei den Kindern ankam, haben wir zwei Tage später nochmal ein vergleichbares Programm zum Igel erstellt. Bei diesem gab es auch wieder ein kleines Quiz, sowie eine Bastelaufgabe, die auch wieder gut ankam.
Insgesamt war die ganze Aktion ein voller Erfolg.

Was auch noch sehr schön war in diesem Monat, war ein Einsatz in der Nähe Goddelau.
Dort haben Finn und ich eine Steinkautzröhre auf einem Pferdehof aufgehängt. Spannend war, dass wir um die Röhre aufzuhängen, über eine der Pferdekoppeln laufen mussten.
Da ich noch nie wirklich Pferde aus der Nähe gesehen hatte, war es eine neue und auch schöne Erfahrung.


Einen weiteren Einsatz gab es nochmal zum Ende des Monats in Walldorf.
Dort haben wir auf dem Friedhof die Vogelkästen des NABU kontrolliert, was mir wie schon in vorherigen Berichten erwähnt immer besonders viel Spaß macht.
Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter und wir mussten die Aktion bei Regen machen.
Danach ging es nochmal zu einer unserer Wiesen, welche zwischen Mörfelden und Walldorf liegt.
Dort haben wir nochmal einige Bäume und Büsche zurückgeschnitten.